Auch für natürliche Strahlung muss Strahlenschutz stattfinden

Der Schutz vor schädlichen Wirkungen von Strahlung aus natürlichen Quellen ist ein wichtiges Anliegen des Fachverbands für Strahlenschutz (FS). Bei allen staatlichen Einwirkungen oder Maßnahmen, diebeabsichtigt oder unbeabsichtigt zu einer Veränderung der natürlichen Strahlenexposition für die Bevölkerung führen, fordert der FS auch die Berücksichtigung von Strahlenschutzaspekten ein. Dem angestrebten Nutzen der Maßnahme muss auch das mögliche Risiko, das eine erhöhte Strahlenexposition mit sich bringen mag, gegenübergestellt werden.

Von Natur aus befinden sich auf der Erde verschiedene radioaktive Stoffe und aus dem Weltraum wirkt zusätzlich entsprechende Strahlung ein. In allen Lebewesen, auch in Menschen, sind deshalb natürlich bedingt radioaktive Stoffe enthalten. Sie werden z.B. über Nahrungsmittel oder das Trinkwasser oder, im Fall von aus dem Erdboden austretenden Radon-Gas, durch Einatmen in den Körper aufgenommen. In Deutschland oder der Schweiz beispielsweise bewirkt das insgesamt im Mittel eine Strahlendosis von etwa 2 bis 3 mSv im Jahr bei jedem Menschen. Gegen natürlich verursachte Strahlung können wir uns im Allgemeinen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand schützen, sie ist grundsätzlich Bestandteil unseres Lebensraums.

Eine aus natürlicher Strahlung resultierende Strahlendosis zeigt die gleiche biologische Wirkung, wie eine durch künstlich erzeugte Strahlung resultierende gleich hohe Strahlendosis.

Die Konzentration von Radon-Gas in Gebäuden ist abhängig von den geologischen Gegebenheiten vor Ort und sie kann z.B. infolge nicht korrekt durchgeführter Energiesparmaßnahmen (Abdichten von Fenstern, verstärkte Gebäudeisolierung, etc. ohne entsprechendes Lüftungskonzept) so hoch ausfallen, dass dies zu deutlich höheren Strahlendosen bei Bewohnern führen kann. Sie kann ein aktuelles Strahlenschutzproblem darstellen und gesundheitlich bedenklich werden.

Baulicher Radonschutz in der Schweiz

Mit Inkraftsetzung der neuen Strahlenschutzverordnung auf Anfang 2018 gilt ein neuer Referenzwert für die Radonkonzentration in Wohn- und Arbeitsräumen. Bis zu 100‘000 Gebäude sind dadurch in der Schweiz sanierungsbedürftig.

Radon als Ursache von Lungenkrebs – dieser Zusammenhang ist seit Jahrzehnten bekannt. Der Bundesrat will deshalb in der Profilaxe einen Schritt weitergehen und verschärft den Referenzwert für den Radongehalt in der Raumluft. Zudem weist das Bundesamt für Gesundheit (BAG) darauf hin, dass auch ausserhalb der bekannten „Radongebiete“ im Tessin, in Graubünden und im Jura zahlreiche Gebäude sehr stark belastet sind. Häufig ergibt sich daraus ein Sanierungsbedarf. Mit einfachen baulichen und haustechnischen Massnahmen lässt sich das Risiko deutlich verringern.

Der Faktor Verlag hat in Zusammenarbeit mit dem BAG und der Radonfachstelle Deutschschweiz an der Fachhochschule Nordwestschweiz einen 120-seitigen Ratgeber zum baulichen Radonschutz publiziert. Das „Praxis-Handbuch Bau“ liefert anhand von 175 Fotos und Konstruktionszeichnungen professionelle Lösungen zur nachhaltigen Minderung der Radonkonzentration.       

Radon Praxis-Handbuch Bau. Herausgeber: Bundesamt für Gesundheit, Schweizerischer Ingenieur- und  Architektenverein und Schweizerischer Verein von Gebäudetechnik-Ingenieuren. 120 Seiten, gebunden, 48 Fr. Faktor Verlag, Zürich 2018; Bezug:

www.faktor.ch

www.fachbuchquelle.com