Bestehende Expositionssituationen und Radon

Ein Resümee

Bestehende Expositionssituationen und Radon – ein Schwerpunktthema, das Ende 2018 durch das neue Strahlenschutzrecht mit Regelungen zum Schutz vor Radon und für Maßnahmen bei radioaktiven Altlasten eine stärkere Bedeutung erhalten hat.

Der nötige Schutz vor Radon ist u. a. eine Folgerung aus neueren epidemiologischen Studien, nach denen das Lungenkrebsrisiko durch längere Radonexpositionen in Gebäuden statistisch signifikant zunimmt. Hansruedi Völkle sowie Jens Regner und Klaus Flesch setzen sich mit den Studienergebnissen und mit den Folgen aus der möglichen Einführung höherer Dosiskonversionskoeffizienten auseinander.

Die gemäß § 121 StrlSchG Ende 2020 festgelegten Gebiete, in denen eine beträchtliche Gebäudezahl mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Bq/m3 überschreiten kann, stützen sich im Wesentlichen auf die ermittelten „geogenen Radon-Potenziale“ des Bodens. Joachim Breckow et al. stellen die Methodik der Ermittlung vor und weisen auf zu beachtende „Fallstricke“ hin.

Für die Unterrichtung der Bevölkerung über die Radon-Exposition in Aufenthaltsräumen und damit verbundene Gesundheitsrisiken nach § 125 StrlSchG präsentieren uns Christian Kunze und Ilke Schulz ein Beispiel mit einer zielgruppenspezifischen Kampagne.

Erste „Pilotergebnisse“ aus Arbeitsplatzmessungen nach § 127 StrlSchG präsentiert Winfried Meyer mit einer größeren Anzahl von Referenzwertüberschreitungen. Michael Haas und Sabine Prignitz zeigen die messtechnischen Anforderungen in einer radonhaltigen Umgebung im Endlager Konrad auf – derzeit noch eine bestehende Expositionssituation der besonderen Art.

Peter Schmidt sowie Klaus Flesch und Sebastian Huber erörtern die Vorgaben für die Bewältigung von radioaktiven Altlasten (§§ 136 ff. StrlSchG). Die Sanierung der Hinterlassenschaften des ehemaligen Uranerz-Bergbaus „Wismut-Liegenschaften“ wird im § 149 StrlSchG geregelt. Für andere radioaktive Altlasten gibt es Vorgaben mit Blick auf den Referenzwert von 1 mSv im Jahr.

Das neue Strahlenschutzrecht ist nunmehr etwas mehr als 2 Jahre in Kraft.

Die Erfahrungen zum Radon-Schutz und für die Bewältigung radioaktiver Altlasten werden in naher Zukunft rasant wachsen. Die in den Radon-Vorsorgegebieten betroffenen Firmen mit Arbeitsplätzen in Kellerräumen oder im Erdgeschoss müssen bis Juni 2022 ihre Ergebnisse zu Radon-Messungen vorlegen. Eine Reihe von Altlastverdachtsflächen ist bereits durch Anhaltspunkte aus der branchenspezifischen Historie bekannt.

Es bleibt spannend, und es gibt viel zu tun!

Klaus Flesch