Radiologischer Notfallschutz in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Ein Resümee

Die Ausgangslage für den radiologischen Notfallschutz ist in Deutschland, der Schweiz und Österreich scheinbar sehr unterschiedlich.
Österreich hat nie ein Kernkraftwerk betrieben, Deutschland wird künftig keine Kernkraftwerke betreiben und die Schweiz wird weiterhin Kernkraftwerke betreiben. Bei näherer Betrachtung ist die Lage so unterschiedlich nicht.

Alle diese Länder können von den Auswirkungen eines Kraftwerksunfalls betroffen sein und alle Länder können von den übrigen Eintrittsszenarien betroffen sein. Insofern lohnt es sich, immer zu betrachten, welche Anstrengungen bei den Nachbarn unternommen werden, um angemessen vorbereitet zu sein. Die Beiträge zeigen, dass wir in praktisch allen Bereichen fachlich sehr gut vorbereitet und aufgestellt sind. Die teilweise, in Deutschland, neuen Organisationsstrukturen mit einem Lagezentrum des Bundes und neuen Aufgabenverteilungen sind eingeführt und werden erfolgreich geübt. Für die medizinische Versorgung sind die entsprechenden Empfehlungen der Strahlenschutzkommission in Deutschland in der Überarbeitung oder, zu den erforderlichen vorzuhaltenden Kapazitäten, veröffentlicht.

Was bleibt für die Zukunft?

Üben – Üben – Üben, wie schon immer und auch weiterhin um auf diese sehr speziellen, weil in ihren Auswirkungen weitreichenden und in ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit sehr seltenen Ereignisse angemessen reagieren zu können. Durch Übungen kann erreicht werden, auch bei den Einsatzkräften die notwendige Motivation und Ernsthaftigkeit für die Vorbereitung auf diese scheinbar nie eintretenden Ereignisse aufrechtzuerhalten.

Von der Coronapandemie können wir lernen, dass die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und die Homogenität der Maßnahmen sicher eine besondere Herausforderung darstellen.

Wie schaffen wir es, dass unseren Experten das notwendige Vertrauen entgegengebracht wird, und wie gewinnen wir den Wettlauf mit den „anderen“ Experten in den sozialen Medien?
Mit den Ausstiegsbeschlüssen in Deutschland scheint sich die Ansicht zu verbreiten, dass damit auch der Bedarf an Fachleuten für den Strahlenschutz und damit auch für den Notfallschutz endet.

Die Herausforderung ist es zu vermitteln, dass dies in keinem Fall so ist und es gilt Nachwuchs zu gewinnen und Ausbildungsmöglichkeiten am Leben zu erhalten.

Stefan Prüßmann