Strahlenschutzaufgaben aktuell beleuchtet

Von A wie Ausbildung bis S wie Synergien in der betrieblichen Sicherheit

Resumée

Ein offenes Thema wurde zum Schwerpunkt dieses Heftes: Die breite Unterstützung aus allen Arbeitsbereichen des Fachverbandes für Strahlenschutz machte es möglich, eine bunte Palette an Themen zu einem Ganzen zusammenzufügen. Es werden ganz unterschiedliche Aspekte der Arbeit im und für den Strahlenschutz beleuchtet. Sehr persönlich schildert Bernd Lorenz seine Strahlenschutzwege. Mit der FS-Stellungnahme „Anwesenheit eines Strahlenschutzbeauftragten beim Umgang mit technischen Röntgeneinrichtungen ohne betretbaren Strahlenschutzbereich“ ruft Jan Vahlbruch dazu auf, die Akzeptanz des Strahlenschutzes durch angemessene und verhältnismäßige Maßnahmen zu erhöhen. Über den „Strahlenschutz im Alltag der LMU“ berichtet Sabine Kiermaier am Beispiel der Probleme mit den Hinterlassenschaften der langjährigen Arbeit in Isotopenlaboren in einer großen Universität. Mit dem „Vergleich der deutschen und europäischen Richtlinie zur internen Dosimetrie in der Praxis“ beschäftigten sich Martina Froning, Peter Hill, Brij Patel. Sie berichten, dass eine Vorgehensweise gemäß TechRec in den Ergebnissen nur einen geringfügigen Unterschied zur RiPhyKo2 zeigte, was für den „Praktiker“ natürlich sehr beruhigend sei.

 Mit Bezug auf einen Flyer erläutern Christoph Reiners, Christian Streffer, Kurt-Georg Hering und Gerd Koletzko die „Aufgaben des Strahlenschutzverantwortlichen bei der Information des Patienten über Strahlenrisiken in der diagnostischen Radiologie und Nuklearmedizin“. Mit ihrem Beitrag soll vor allem das Personal der Radiologie und Nuklearmedizin angesprochen werden, das Aufgaben bei der Information des Patienten zu Strahlenrisiken zu übernehmen hat.

Radon im Wohnbereich ist das Sorgenkind im Strahlenschutz betont Hansruedi Völkle in seinem Beitrag „Strahlenschutz beim Radon im Wohnbereich - Überlegungen zu Sanierungsstrategien aus Schweizer Sicht“. Die große Herausforderung dabei sei eine Kommunikation basierend auf einem auch für Nichtfachleute verständlichen, einheitlichen und nachvollziehbaren Schutz- und Sanierungskonzept. Mit dem „Schutz vor Gefahren durch vagabundierende Strahlenquellen und den Erfahrungen im System der nuklearspezifischen Gefahrenabwehr“ befasst sich Torsten Paßvoß. Er schlägt vor, die Zusammenarbeit aller betroffenen Landesbehörden, Fachbehörden und Unternehmen, die im System der nuklearspezifischen Gefahrenabwehr tätig sind, zu fördern und auszubauen. Nach „Klassifizierung nach Lasersicherheitsnorm IEC 60825-1:2014 – Alles klar?“ fragen Sebastian Kotzur, Siegfried Wahl und Annette Frederiksen. Sie erwarten, dass in der nächsten Überarbeitung der Lasernorm dann auch Themen wie dynamische Netzhautbilder oder irreguläre Pulsmuster eine Rolle spielen. Nach der Norm ist also vor der nächsten Norm.

Bei der „Einführung einer neuen Strahlenschutzorganisation in der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH“ waren vor allem die Delegation von Verantwortung und die Aufgaben im Strahlenschutz festzulegen, wie Sven Nagels berichtet. Und auch hier gilt, denn wie bei einer guten Organisation üblich, mit dem Tag der Gültigkeit der neuen Strahlenschutzorganisation geht der kontinuierliche Verbesserungsprozess weiter. Die nächste Revision der Strahlenschutzorganisation ist bereits in Arbeit.

Eine Welt, die dem Strahlenschützer fremd ist, beleuchten Guido Oesterreich, Ralf Speck und Annette Parlitz in ihrem Beitrag „Strahlenschutz auf einem Bergwerk, Anforderungen an die Werkfeuerwehr und Grubenwehr“. Trotz umfassender Ausbildung der Grubenwehren für ihre jeweiligen Aufgaben müssen weitere gemeinsame Übungen stattfinden. Auch mit Blick auf die Rückholung und den dafür neu aufzubauenden Anlagen oder die Aufnahme des Einlagerungsbetriebes auf Konrad werden die Wehren weiter gefordert sein. Ausbildung bleibt auch hier Daueraufgabe. Von der „Integration des Strahlenschutzes in ein Arbeitsschutzmanagementsystem“ berichten Jörg Ehlers, Erik Harren, Markus Herzog, Burkhard Heuel-Fabianek und Peter Hill aus dem Forschungszentrum Jülich. Arbeitsschutz und Strahlenschutz sind nur auf den ersten Blick scheinbar unterschiedliche Rechts-Welten“. In einem Arbeitsschutzmanagementsystem lässt sich der Strahlenschutz ohne größere Probleme integrieren. Allerdings gilt auch hier: Nach dem Audit ist bekanntermaßen vor dem Audit. So stand im Juli 2020 das erste interne Wiederholungsaudit im GB-S an.

Ergänzt werden diese Berichte durch 3 Interviews, die unsere Nachwuchsbeauftragten Hans Julius Vogt und Joel Piechotka mit Verantwortlichen in 3 Strahlenschutzausbildungsstätten geführt haben. Dabei ging es um die Situation in der Lockdown-Zeit wegen der Coronavirus-Gefahren und um die weiteren Perspektiven für die Studierenden.

Dank der großen Bereitschaft unserer Mitglieder konnte das offene Thema „Strahlenschutzaufgaben aktuell beleuchtet“ zu einem besonderen Einblick in die Welt des praktischen Strahlenschutzes werden.

Bärbl Maushart