50 Jahre Kompetenz im Fachverband

Die Fachtagung 2016 ist die zentrale Veranstaltung des Deutsch-Schweizerischen Fachverbands für Strahlenschutz zum 50-jährigen Jubiläum. Unter dem Titel "Strahlenschutz für Mensch und Umwelt - 50 Jahre Kompetenz im Fachverband" sollen Themen aus allen Bereichen des Strahlenschutzes zum Zuge kommen.

Grußwort des Tagungspräsidenten

50 Jahre jung!

Vor 50 Jahren wurde der Fachverband für Strahlenschutz gegründet. Im Jubiläumsjahr 2016 soll die Jahrestagung dem Anspruch, erfahrene Spezialisten und den Nachwuchs gleichermaßen anzusprechen, in besonderer Weise gerecht werden.

In diesem Sinne werden ausgewählte Fachleute als eingeladene Vortragende ihre Erfahrung beisteuern und gleichzeitig junge Strahlenschützer durch eigene Beiträge ihre Sichtweise des Strahlenschutzes darlegen. Das thematisch vielfältige Programm der Tagung zeigt wie weitumspannend die Themenfelder des Strahlenschutzes sind. Der thematische Bogen wird von ethischen Grundfragen über Regularien und deren Umsetzung bis hin zum Strahlenschutz bei natürlichen Radionukliden oder in der Medizin gespannt. Ebenso wird dem Thema Aus- und Weiterbildung der nötige Raum gegeben.

Gut ausgebildete Strahlenschützer werden in Deutschland und der Schweiz auch in Zukunft benötigt, um die wachsenden Herausforderungen im Strahlenschutz zu bewältigen. Natürlich ist der Atomausstieg nicht mit einem Ende des Strahlenschutzes verbunden. Wenn man die vielen Arbeitsfelder der Strahlenschützer betrachtet, wird schnell klar, dass die Kerntechnik zwar ein bedeutendes und wichtiges Gebiet des Strahlenschutzes ist, aber eben auch nur eines von ganz vielen. Die Anwendung von ionisierender Strahlung und der Einsatz von Radionukliden in der Medizin und der Technik erfordern auch in Zukunft viele gut ausgebildete und motivierte Strahlenschützer. Dazu soll diese Tagung einen wichtigen Beitrag leisten.

Natürliche Radionuklide haben einen erheblichen Anteil an der Strahlenexposition des Menschen. Allen voran spielt das natürliche radioaktive Edelgas Radon hier eine große Rolle. Die wissenschaftliche Gemeinde hat dies schon länger propagiert und inzwischen hat sich dies mit der Verabschiedung der Euratom-Richtlinie 2013/59 durch den Rat der Europäischen Union im Gesetzestext niedergeschlagen. Die neuen gesetzlichen Regelungen zu Radon in dieser Richtlinie müssen in Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden. Auch die Schweiz passt ihr nationales Recht entsprechend an. Dieser rechtliche Bedeutungsgewinn wird in der Strahlenschutzgemeinde begrüßt und schlägt sich deutlich in den eingereichten und angenommenen Vorträgen auf der Tagung wieder. So werden sich mehrere Sitzungen der Tagung dem Thema Strahlenschutz im Zusammenhang mit Radon und der Umsetzung der rechtlichen Vorgaben dazu widmen.

Mit dem historischen Kaiserbädersaal im modernen Hotel in Strandlage haben wir die idealen Voraussetzungen für die Fachvorträge und das anschließende Networking geschaffen. Wir haben im Programm der Tagung für den wissenschaftlichen Austausch und das Networking genügend Raum gelassen, so dass die Teilnehmer sich auf der Tagung weiter und intensiver vernetzen können. Diese Netzwerke sollen dazu beitragen gemeinsame Strategien zu entwickeln sowie Forschungs- und Förderanträge im Verbund zu stellen.

Unter dem Motto „50 Jahre jung“ freue ich mich, viele junge und jung gebliebene Strahlenschützer auf der Jahrestagung des Fachverbands für Strahlenschutz in Heringsdorf auf Usedom ganz herzlich begrüßen zu können.

 

Christoph Wilhelm