Risikoschätzungen des Fachverbands für Strahlenschutz (FS) sind ausgewogen und nicht interessengeleitet.

Für hohe Strahlendosen liegen wissenschaftlich abgesicherte Daten zur Abschätzung von Strahlenrisiken vor. Anders sieht es bei niedrigen Strahlendosen aus. Hier sind aufgrund der vergleichsweise unklaren Datenlage alle Risikoschätzungen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Vor dem Hintergrund dieser Unsicherheiten fordert der FS eine besonders vorsichtige und ausgewogene Einschätzung und Bewertung von Risikoangaben ein. Insbesondere warnt er vor interessengeleiteten Verzerrungen in Richtung besonders hoher oder besonders niedriger (je nach Interessenlage) Schätzungen. Er wehrt sich dagegen, solche einseitigen Risikoschätzungen dahingehend einzusetzen, um mit vermeintlich wissenschaftlichen Argumenten bestimmte Strahlenanwendungen entweder zu diskreditieren oder zu verharmlosen.  

Seit vielen Jahren sind die mit Strahlenexposition verbundenen Risiken Gegenstand der Strahlenforschung. Dabei wird zum einen mit strahlenbiologischen Methoden untersucht, welche biologischen Wirkungen durch Strahlung ausgelöst werden können und welche molekularen, zellulären und gewerblichen Wirkungsmechanismen ihnen zugrunde liegen. Zum anderen wird auf der Grundlage epidemiologischer Studien angegeben, wie groß die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken, vor allem das Krebsrisiko bei Strahlenexposition ist.

Die Zusammenführung der Erkenntnisse aus diesen beiden Richtungen gelingt bislang noch nicht ohne Brüche. Auch ist der Zusammenhang zwischen dem Krebsrisiko und der Strahlendosis im niedrigen Dosisbereich ( ca. unterhalb einiger 10 mSv) nach wie vor nur ungenügend geklärt.

Dennoch werden auf der Grundlage strahlenbiologischer und strahlenepidemiologischer Studien sowie plausibler Modelle und Annahmen Risikoschätzungen im Bereich kleiner Dosen abgegeben. Diese Schätzungen bilden die Basis für die grundlegenden Konzepte im Strahlenschutz, wie z.B. die Ableitung von Grenzwerten, Optimierungsstrategien und Rechtfertigungsvorschriften.