Auch für natürliche Strahlung muss Strahlenschutz stattfinden.

Der Schutz vor schädlichen Wirkungen von Strahlung aus natürlichen Quellen ist ein wichtiges Anliegen des Fachverbands für Strahlenschutz (FS). Bei allen staatlichen Einwirkungen oder Maßnahmen, diebeabsichtigt oder unbeabsichtigt zu einer Veränderung der natürlichen Strahlenexposition für die Bevölkerung führen, fordert der FS auch die Berücksichtigung von Strahlenschutzaspekten ein. Dem angestrebten Nutzen der Maßnahme muss auch das mögliche Risiko, das eine erhöhte Strahlenexposition mit sich bringen mag, gegenübergestellt werden.

Von Natur aus befinden sich auf der Erde verschiedene radioaktive Stoffe und aus dem Weltraum wirkt zusätzlich entsprechende Strahlung ein. In allen Lebewesen, auch in Menschen, sind deshalb natürlich bedingt radioaktive Stoffe enthalten. Sie werden z.B. über Nahrungsmittel oder das Trinkwasser oder, im Fall von aus dem Erdboden austretenden Radon-Gas, durch Einatmen in den Körper aufgenommen. In Deutschland oder der Schweiz beispielsweise bewirkt das insgesamt im Mittel eine Strahlendosis von etwa 2 bis 3 mSv im Jahr bei jedem Menschen. Gegen natürlich verursachte Strahlung können wir uns im Allgemeinen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand schützen, sie ist grundsätzlich Bestandteil unseres Lebensraums.

Eine aus natürlicher Strahlung resultierende Strahlendosis zeigt die gleiche biologische Wirkung, wie eine durch künstlich erzeugte Strahlung resultierende gleich hohe Strahlendosis.

Die Konzentration von Radon-Gas in Gebäuden ist abhängig von den geologischen Gegebenheiten vor Ort und sie kann z.B. infolge nicht korrekt durchgeführter Energiesparmaßnahmen (Abdichten von Fenstern, verstärkte Gebäudeisolierung, etc. ohne entsprechendes Lüftungskonzept) so hoch ausfallen, dass dies zu deutlich höheren Strahlendosen bei Bewohnern führen kann. Sie kann ein aktuelles Strahlenschutzproblem darstellen und gesundheitlich bedenklich werden.